Die Süd-Shetland-Inseln

Die Antarktis – Fly the Drake – hier finden Sie Informationen zu den Inseln der Antarktis und zum Nationalpark Las Torres del Paine:

Süd-Shetland-Inseln

1819 wurde diese Inselgruppe, im Norden der Antarktischen Halbinsel, durch den britischen Robbenfänger William Smith entdeckt. Die Süd-Shetland-Inseln beherbergen eine Reihe an Antarktis-Stationen und bilden das Brutgebiet von Adélie-, Zügel- und Esels-Pinguinen.

Greenwich Island

Greenwich Island (59°47’S, 59°47’W).
Hier brüten „Zügelpinguine“ und „Weißgesicht-Scheidenschnäbel“ oberhalb des Anlande-Strands.

Aitcho Islands

Die Aitcho Inseln (S 62°24′ W 59°46′) gehören zu den Südlichen Shetland Inseln und umfassen eine Gruppe kleinerer Inseln am nördlichen Eingang der English Strait, welche Greenwich Island von Robert Island trennt. Die Inselgruppe liegt zwischen Dee Island im Süden und Table Island im Norden. Die Inselgruppe umfasst: Barrientos Island, Emeline Island, Sierra Island, Jorge Island, Cecilia Island, Passage Roc und Morris Rock. Die kartographische Erfassung der Inseln erfolgte 1935 und ihre Benennung leitet sich vom Hydrographischen Office (H.O., gesprochen „aitch“-„o“) der UK Admiralität ab. Charakterisiert sind die Aitcho Islands und ihre Nachbarinseln durch schroffe Felsformationen, spitze Gipfel und Gletscher. Bei schönem Wetter präsentieren sie sich als eine der schönsten Landschaften der Antarktis.

Dazu kommt eine reiche Artenvielfalt – die Inseln sind von Pinguin-Scharen bevölkert. Eselspinguin (Pygoscelis papua), Zügel- oder Kehlstreifpinguine (Pygoscelis antarctica), Riesensturmvögel (Macronectes giganteus), Dominikanermöwen (Larus dominicanus) und Raubmöwen (Catharacta spp.) brüten hier, vermutlich auch die Blauaugenscharbe (Phalacrocorax atriceps) sowie die Buntfuß-Sturmschwalbe (Oceanites oceanicus). Auf ihren Landgängen kann man regelmäßig Weddell Robben (Leptonychotes weddelli), Südliche See-Elefanten (Mirounga leonina) und Antarktische Seebären (Arctocephalus gazella) beobachten.

Flora: Die gesamte Inselmitte ist von sehr ausgedehnten Moosteppichen und von Flechten bewachsen.

Deception Island

Deception Island (S 62°56′ W 60°38′) ist eine der imposantesten und größten (98,5 km²) Vulkaninseln der Erde. Und noch recht aktiv; der letzte Ausbruch war 1970. Dennoch ist mehr als 57% der Landfläche von Gletschern bedeckt. Deception Island besteht aus einer – im Durchmesser ca. 15 km großen – ringförmigen Caldera. Der vom Meer überflutete Kratersee wurde nach dem Wissenschaftler Henry Foster, der hier 1828 – 1829 geophysikalische Messungen vornahm, in Port Foster benannt. Im Südosten ist der Vulkanring auf einer Breite von knapp 400 m unterbrochen.

Durch diese Meerenge (Neptunes Bellows = Neptuns Blasebalg) können Expeditionsschiffe vom Südpolarmeer aus in den inneren Kratersee hineinfahren. Eine imposante Tour, denn die höchsten Erhebungen sind 452 m (Mount Kirkwood) bzw. 540 m (Mount Pond) hoch. Und auch keine ganz ungefährliche, wie der Zwischenfall vom 30.01.2007 beweist. Damals war die MS NORDKAPP der Reederei Hurtigruten hier auf Grund gelaufen. Zwar wurde niemand verletzt und das Schiff konnte sich auch aus eigener Kraft wieder befreien, dennoch wurden die Gewässer mit ca. 500 Liter Dieselkraftstoff verunreinigt. Mögliche Auswirkungen auf das extrem sensible Ökosystem von Deception Island werden noch erforscht.

Elephant Island

Die etwa 45 km lange und 25 km breite, felsige und unbewohnte Insel Elephant Island (S 61° 01′ W 54° 54′) liegt am östlichen Rand der Süd-Shetland-Inseln – rund 1300 km von Südgeorgien entfernt. Die höchsten Erhebungen liegen in der Pardo Ridge und sind teilweise 850 m hoch. Benannt wurde sie 1821 vom englischen Walfänger George Powell aufgrund des Reichtums an See-Elefanten.

Bekanntester und geschichtsträchtigster Ort ist sicherlich Cape Wild wo Ernest Shackleton und seine Mannschaft von April bis August 1916 überwinterten nachdem ihr Schiff HMS Endurance vom Packeis eingeschlossen und schließlich zerdrückt wurde und sank. Bekannte Punkte sind die Nordost- und die Südspitze der Insel, genannt Cape Valentine und Cape Lookout, sowie Cape Wild, eine markante Formation an der Nordküste.

Die Insel besitzt aufgrund des widrigen Klimas kaum Flora oder Fauna, nur einige Eselspinguinkolonien und Robben leben hier. Zu bestimmten Zeiten kann man auch Zügelpinguine finden, die zum Nestbau auf die Insel kommen.

Berühmt wurde die Insel, als sie der Mannschaft Ernest Shackletons von April bis August 1916 als Zuflucht diente, als ihr Schiff HMS Endurance von Packeis eingeschlossen und zerstört wurde. Der größte Teil der Gruppe verblieb auf der Insel am Cape Wild, während Shackleton mit fünf Gefährten in dem von der „Endurance“ abgeborgenen Rettungsboot „James Caird“ nach Südgeorgien aufbrach, um in der Station Stromness Hilfe zu holen, und die Zurückgebliebenen retten konnte.

Mangels sicherer Schiffslandeplätze ist die Insel zu keiner Zeit von Menschen bewohnt gewesen, obwohl sie als ein sehr guter Standort zur Versorgung der Antarktischen Forschungsstationen rund um das Weddellmeer und von Walfangstationen dienen könnte. Heute wird sie gelegentlich von Touristenschiffen besucht, wobei eine Landung in Schlauchbooten wegen der widrigen Windverhältnisse nur äußerst selten gelingt. Ein Veranstalter von Abenteuerreisen in diese Region berichtete, dass von 50 Versuchen lediglich zwei Anlandungen geglückt sind.

Der größte Teil der Gruppe verblieb auf der Insel am Cape Wild, während Shackleton mit fünf Gefährten in dem von der „Endurance“ abgeborgenen Rettungsboot „James Caird“ nach Südgeorgien aufbrach, um in der Station Stromness Hilfe zu holen, und die Zurückgebliebenen retten konnte.

Am Point Wild wurde dem Kapitän der Yelcho eine Büste als Denkmal errichtet. Dieses Schiff war für die letztendliche Rettung der Mannschaft Shackletons verantwortlich. Die Inschrift lautet: „Hier rettete am 30. August 1916 das chilenische Marineschiff ‚Yelcho‘, kommandiert von Luis Pardo Villalon, die 22 Männer der Shackleton-Expedition, die die Zerstörung der Endurance überlebt hatten und viereinhalb Monate auf dieser Insel lebten.“ Der Vordersteven der Yelcho ist heute noch als Denkmal in Puerto Williams, auf der chilenischen Insel Navarino, zu sehen.

Half Moon & Livingstone Island

Hier brüten in großer Zahl Adélie-, Zügel- und Eselspinguine. An den Ufern liegen See-Elefanten, in den Felsen nisten Blauaugen-Kormorane, Kapsturmvögel und Kelp-Möwen.

King George Island

Diese Insel an der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel hat die größte Konzentration an Forschungsstationen in der Antarktis. Wissenschaftler aus zahlreichen Fachrichtungen und aus verschiedenen Nationen gehen hier – zum Teil ganzjährig – ihrer Arbeit nach.

Penguin Island

Diese kleine Insel liegt dicht vor der Südküste der King George Island und wurde erstmals 1820 von einer britischen Expedition entdeckt, deren Expeditionsleiter Bransfeld sie so benannte, da Pinguine die Küste der etwa eine Seemeile langen Insel bevölkerten.

Die Antarktische Halbinsel

Blau schimmernde Eisberge, gewaltige Gletscherzungen, Robben, die sich auf Eisschollen ein Sonnenbad gönnen, Pinguine im „Formationsflug“ unter Wasser, direkt neben dem Schiff auftauchende Wale – die Natur- und Tierwelt der Antarktischen Halbinsel fasziniert mit einzigartigen Eindrücken und ist die bekannteste Region der Antarktis. Reisen zur Antarktischen Halbinsel werden so auch immer populärer.

Hope Bay

liegt am Antarctic Sound, einer Wasserstrasse an der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel. Dort liegt die seit 1952 betriebene argentinische Station „Esperanza“, die mittlerweile wie eine kleine Stadt anmutet. 1978 wurde hier der erste „Antarktiker“ geboren.

Antarctic Sound

Gewaltige Tafeleisberge treiben in dieser Wasserstrasse im Norden der Antarktischen Halbinsel und haben ihr den Beinamen „Allee der Eisberge“ verliehen. Hier liegen Hope Bay mit der Station Esperanza und der ehemalige Vulkan Brown Bluff auf der Tabarin-Halbinsel.

Astrolabe Island

Astrolabe Island (S63°17′ W58°40′) ist eine knapp 5 km lange Insel in der Bransfield Strait. Sie wurde von der ersten französischen Antarktisexpedition (1837–1840) unter Jules Dumont d’Urville entdeckt und nach einem seiner zwei Expeditionsschiffe der L’Astrolabe benannt. Die vulkanisch anmutenden Gipfel sind bis zu 562m hoch. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um eine Vulkaninsel wie z.B. Deception Island. Zwar besteht Astrolabe Island aus metamorphem Gestein vulkanischen Ursprungs, die charakteristische Form erhielten die Zinnen jedoch durch die radiale Erosion glazialer Eiskappen. Die bizarren Klippen lohnen einen Besuch. Auf dieser von Menschen unbewohnten Insel wird einmal mehr der Überlebenswille der antarktischen Tierwelt deutlich. Besonders Zügel-(Kehlstreifen-), Adélie- und Eselspinguine leben auf dieser felsigen Insel und auch Kormorane, Antipoden-Seeschwalben und verschiedene Sturmvogelarten brüten hier. Seeleoparden und Pelzrobben sonnen sich auf Eisschollen oder am Strand.

* Übrigens, ein Astrolab oder Astrolabium (griech. „Stern-Nehmer“) ist ein Messgerät zur Winkelmessung am Himmel, das schon seit 250 v.Chr. bekannt ist!

Crystal Sound & Marquerite Bay

Diese landschaftlich beeindruckenden Regionen im Südwesten der Antarktischen Halbinsel sind erst im Spätsommer zugänglich (68°30′S, 68°30′W). Marguerite Bay wurde 1909 von der Französischen Antarktis Expedition entdeckt und nach der Frau des Expeditionsleiters Dr. Jean-Baptiste Charcot benannt. Hier werden häufig Weddell- und Krabbenfresserrobben, Buckel-, Zwerg- und Schwertwale beobachtet.

Cuverville Island

Die Felseninsel Cuverville Island liegt zwischen der Arctowski Halbinsel und Ronge Island am nördlichen Ufer des Erra Kanals. Tausende von Esels-Pinguinen nisten unter den Felsen von Cuverville Island. Nicht weit davon entfernt können Sie Scheidenschnäbel, Raubmöwen und Seeschwalben beobachten. Auf den Eisschollen finden sich häufig Krabbenfresserrobben und Seeleoparden.

Lemaire Channel

Inseln und Halbinseln, mächtige Gletscher, gigantische Eisberge und über 2000 m hohe Gipfel aus Schnee und Fels umrahmen eine geschützte Bucht, die ihren Namen sehr zu Recht trägt: Paradise Bay. Das Betreten des Paradieses ist gleichzeitig der erste Schritt auf das Festland des antarktischen Kontinents. Während einer Zodiacfahrt können Sie Blauaugen-Kormorane, Wale und Robben beobachten.

Paulet Island

Die Paulet Insel (63°35’S, 55°47’W) ist eine einsame kleine Vulkaninsel mit einem Durchmesser von etwa 1,5 km. Sie liegt 5 km südöstlich von Dundee Island vor der Nordostspitze der Antarktischen Halbinsel am Rand des Weddell-Meeres. Entdeckt wurde die Insel von James Clark Ross während seiner Expedition 1839-1843, der sie nach dem Navy Kapitän Lord George Paulet benannte. Die Insel besteht aus Lavaströmen und wird gekrönt von einem Aschekegel mit einem kleinen Gipfelkrater. Geothermische Wärme hält Teile der Insel eisfrei. Sie deutet darauf hin, dass der Vulkan in den letzten 1000 Jahren aktiv gewesen sein muss.

Die Insel beherbergt eine Kolonie von über 200000 Adéliepinguinen, die regelrechte Promenadenwege angelegt haben um zu ihren Brutplätze zu gelangen. Blauaugen-Kormorane, Pelz- und Weddellrobben trifft man in diesem Teil der Antarktis ebenfalls an.

Petermann Island

Hier haben Eselspinguine ihre südlichste Kolonie gegründet. Und auf den Felsen am Meer nisten Adéliepinguine. Die kleine Insel liegt nur wenige Seemeilen südlich des Lemaire-Kanals, und wurde ebenfalls von Dallmann entdeckt.

Port Lockroy

Dieser gut geschützte Naturhafen auf Goudier Island wurde zu Beginn des 20. Jh. von Walfängern genutzt. Zwischen den Zeugnissen aus jener Zeit siedeln nun wieder Eselspinguine, Seidenschnäbel und Seeschwalben. Ganz in der Nähe der Bucht kalben regelmäßig Gletscher, im stillen Wasser treiben Eisberge vorbei. Die Briten betrieben hier bis 1962 eine Forschungsstation, Base A, die 1996 vom British Antarctic Survey (BAS) im originalen Stil wieder aufgebaut wurde. Heute dient sie im Sommer als Museum, Souvenirshop und Poststation mit eigenen Briefmarken. Jährlich werden von hier aus ca. 50000 Postkarten in etwa 100 Länder verschickt! Der Erlös geht an den Antarctic Heritage Trust (AHT), einer gemeinnützigen Organisation mit dem Ziel historische Stätten in der Antarktis zu erhalten. Nur zwei Gruppen dürfen hier für jeweils eine halbe Stunde anlanden. Port Lockroy ist ganz sicher eines der populärsten Ziele der Antarktischen Halbinsel! Während des 2.Weltkrieges waren hier britische Soldaten stationiert, wahrscheinlich als Ablenkungsmanöver. Diese Mission wurde so geheim gehalten, dass einer der Soldaten bei seiner Abreise aus England zu seinen Verwandten gesagt haben soll: „Wir werden wohl an einen warmen Ort fahren, denn man hat uns mit Sonnenbrillen ausgerüstet“.

Nationalpark – Las Torres del Paine

Der im Jahre 1959 gegründete Nationalpark stellt eine der Hauptattraktionen Chiles dar. Er liegt etwa 140 km nördlich von Puerto Natales und umfaßt ein Gebiet von 2.500 km². Der Park ist durchzogen von Gletschern, Fjorden, großen Seen und Bergen wie den „Torres del Paine“, drei Granitberge, die zwischen 2.600 m und 2850 m hoch sind und das Wahrzeichen des Parks bilden oder dem Paine Grande welcher mit 3050 m der höchste Berg ist.

Die UNESCO erklärste den Nationalpark im Jahre 1978 zum Biosphärenreservat. 1895 entdeckte Hermann Eberhard (1852-1908, Gründer der ersten Siedlungen in West-Patagonien) in der Höhle von Milodon die Überreste eines vor 10000 Jahren ausgestorbenen Riesenfaultiers. Diese Höhle gehört heute zu den besonderen Sehenswürdigkeiten des Parks. Die Verwaltung des Nationalparks läuft über die chilenische Forstbehörde CONAF.